Pflege

Mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft

Über drei Millionen werden gepflegt/ Drei Viertel davon zu Hause

Die Zahl der Pflegebedürftigten in Deutschland steigt. Foto: dpa

Die Zahl der Pflegebedürftigten in Deutschland steigt. Foto: dpa

Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig, der besonders starke Anstieg im Jahr 2017 geht jedoch auf eine Gesetzesänderung zurück. Seitdem werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, als vor der Umstellung, wie das Statistische Bundesamt kürzlich in Wiesbaden berichtete.

Im Dezember 2017 waren in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes, so die dpa. Im Dezember 2015 hatte die Zahl bei 2,86 Millionen gelegen. „Die starke Zunahme um 0,55 Millionen Pflegebedürftige ist allerdings zum großen Teil auf die Einführung des neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab dem 1.1.2017 zurückzuführen“, berichteten die Statistiker.

Gut drei Viertel aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. 0,83 Millionen Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Knapp ein Viertel wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut.

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu sein. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 6 Prozent pflegebedürftig waren, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 71 Prozent. Ende 2017 waren 81 Prozent der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (35 Prozent) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (63 Prozent).

Im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege kommt 2019 ein Paket für 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege. In Kliniken sollen die Krankenkassen jede aufgestockte Stelle komplett bezahlen. Hinzu gilt für Betroffene: Taxifahrten zum Arzt sollen für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 3 und Menschen mit Behinderungen künftig einfacher werden. Angehörige, die zur Kur gehen wollen, sollen ein pflegebedürftiges Familienmitglied parallel in derselben Reha-Einrichtung betreuen lassen können. In der Alten- und Krankenpflege sind 35.000 Stellen für Fachkräfte und Helfer unbesetzt. Ein generelles Problem ist, neue Stellen auch zu besetzen.

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