Bildungsunterschiede in der Prävalenz verhaltensbezogener Risikofaktoren in Deutschland und der EU – Ergebnisse des European Health Interview Survey (EHIS) 2 – Focus – JoHM 4/2019

Abstract: In diesem Beitrag werden Bildungsunterschiede in der Verbreitung verhaltensbezogener Risikofaktoren bei Erwachsenen untersucht und die Ergebnisse für Deutschland mit dem Durchschnitt der Europäischen Union (EU) verglichen. Datengrundlage ist …

Abstract: In diesem Beitrag werden Bildungsunterschiede in der Verbreitung verhaltensbezogener Risikofaktoren bei Erwachsenen untersucht und die Ergebnisse für Deutschland mit dem Durchschnitt der Europäischen Union (EU) verglichen. Datengrundlage ist die zweite Welle des European Health Interview Surveys 2013 – 2015 (EHIS 2). Die Analyse erfolgte durch die regressionsbasierte Berechnung von relativen und absoluten Bildungsunterschieden in der Prävalenz verhaltensbezogener Risikofaktoren auf Basis von Selbstangaben 25- bis 69-jähriger Frauen und Männer (n = 217.215). In Deutschland und im EU-Durchschnitt sind aktuelles Rauchen, Adipositas, körperliche Aktivität unter 150 Minuten pro Woche, episodisches Rauschtrinken und nicht täglicher Obst- oder Gemüsekonsum bei Personen mit niedrigem Bildungsstatus stärker verbreitet als bei jenen mit hohem Bildungsstatus. Vergleicht man die relativen Bildungsunterschiede für diese Risikofaktoren in Deutschland mit den Ergebnissen anderer EU-Länder, so liegt Deutschland insgesamt im Mittelfeld. Die relativen Bildungsunterschiede im aktuellen Rauchen und episodischen Rauschtrinken sind bei Frauen in Deutschland stärker ausgeprägt als im EU-Durchschnitt; bei Männern gilt dies für die geringe körperliche Aktivität. Die relativen Bildungsunterschiede für nicht täglichen Obst- oder Gemüsekonsum sind hingegen bei Frauen und Männern in Deutschland weniger stark ausgeprägt als im EU -Durchschnitt. Verstärkte Anstrengungen in unterschiedlichen Politikbereichen sind nötig, um die dem Gesundheitsverhalten zugrundeliegenden Verhältnisse insbesondere für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu verbessern und die gesundheitliche Chancengleichheit zu erhöhen.

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Bildungsunterschiede in der Prävalenz verhaltensbezogener Risikofaktoren in Deutschland und der EU – Ergebnisse des European Health Interview Survey (EHIS) 2 – Focus – JoHM 4/2019

Abstract: In diesem Beitrag werden Bildungsunterschiede in der Verbreitung verhaltensbezogener Risikofaktoren bei Erwachsenen untersucht und die Ergebnisse für Deutschland mit dem Durchschnitt der Europäischen Union (EU) verglichen. Datengrundlage ist …

Abstract: In diesem Beitrag werden Bildungsunterschiede in der Verbreitung verhaltensbezogener Risikofaktoren bei Erwachsenen untersucht und die Ergebnisse für Deutschland mit dem Durchschnitt der Europäischen Union (EU) verglichen. Datengrundlage ist die zweite Welle des European Health Interview Surveys 2013 – 2015 (EHIS 2). Die Analyse erfolgte durch die regressionsbasierte Berechnung von relativen und absoluten Bildungsunterschieden in der Prävalenz verhaltensbezogener Risikofaktoren auf Basis von Selbstangaben 25- bis 69-jähriger Frauen und Männer (n = 217.215). In Deutschland und im EU-Durchschnitt sind aktuelles Rauchen, Adipositas, körperliche Aktivität unter 150 Minuten pro Woche, episodisches Rauschtrinken und nicht täglicher Obst- oder Gemüsekonsum bei Personen mit niedrigem Bildungsstatus stärker verbreitet als bei jenen mit hohem Bildungsstatus. Vergleicht man die relativen Bildungsunterschiede für diese Risikofaktoren in Deutschland mit den Ergebnissen anderer EU-Länder, so liegt Deutschland insgesamt im Mittelfeld. Die relativen Bildungsunterschiede im aktuellen Rauchen und episodischen Rauschtrinken sind bei Frauen in Deutschland stärker ausgeprägt als im EU-Durchschnitt; bei Männern gilt dies für die geringe körperliche Aktivität. Die relativen Bildungsunterschiede für nicht täglichen Obst- oder Gemüsekonsum sind hingegen bei Frauen und Männern in Deutschland weniger stark ausgeprägt als im EU -Durchschnitt. Verstärkte Anstrengungen in unterschiedlichen Politikbereichen sind nötig, um die dem Gesundheitsverhalten zugrundeliegenden Verhältnisse insbesondere für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu verbessern und die gesundheitliche Chancengleichheit zu erhöhen.

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