Gesundheit von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland – Ausgewählte Indikatoren aus der Studie GEDA 2014/2015-EHIS – Focus – JoHM 1/2022

Abstract: Ein großer Teil der Bevölkerung ist von Beeinträchtigungen und Behinderungen betroffen. Rund 13% der Menschen in Deutschland haben eine amtlich anerkannte Behinderung, schätzungsweise 15,6% eine Beeinträchtigung. Dieser Beitrag gibt anhand au…

Abstract: Ein großer Teil der Bevölkerung ist von Beeinträchtigungen und Behinderungen betroffen. Rund 13% der Menschen in Deutschland haben eine amtlich anerkannte Behinderung, schätzungsweise 15,6% eine Beeinträchtigung. Dieser Beitrag gibt anhand ausgewählter Indikatoren einen Überblick über die Gesundheit von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen. Die Analysen basieren auf Daten von 23.372 teilnehmenden Personen ab 18 Jahren (12.747 Frauen, 10.625 Männer) der Studie GEDA 2014/2015-EHIS des Robert Koch-Instituts (RKI), einer bundesweiten Befragung der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland. 21,5% der Personen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen bewerten ihre Gesundheit als gut oder sehr gut, dagegen 76,0% der Personen ohne Beeinträchtigungen und Behinderungen. Eine depressive Symptomatik besteht bei 27,1% der Personen mit und 7,5% der Personen ohne Beeinträchtigungen und Behinderungen. Zum Teil gab es Unterschiede im Gesundheitsverhalten, so treiben Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen weniger Ausdauersport und konsumieren seltener in riskanten Mengen Alkohol. 97,0% der Personen mit und 86,1% der Personen ohne Beeinträchtigungen und Behinderungen nehmen innerhalb eines Jahres ambulante ärztliche Leistungen in Anspruch, erstere haben auch eine höhere stationäre und pflegerische Inanspruchnahme. Insgesamt zeigt sich eine schlechtere Gesundheit bei Frauen als bei Männern mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sowie mit zunehmendem Alter. Die Auswertungen zeigen Präventions- und Gesundheitsförderungs- sowie Versorgungsbedarfe auf. Zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sind weitere Daten notwendig.

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